Heilwirkung

Der Beifuss hat einen verdauungsfördernden und leber-galleanregenden Effekt. Durch die gebärmuttertonisierende Wirkung und die menstruationsfördernde Wirkung, kommt er auch in der Frauenheilkunde zum Einsatz. Die aromatische Pflanze trägt unzählige Trivialnamen, die sie ihren vielfältigen und seit Jahrhunderten genutzten Heilwirkungen zu verdanken hat: Besenkraut, Jungfernkraut, Weiberkraut, Männerkrieg, Johannesgürtelkraut.

Essbare Teile und Gerichte

Heute ist der Beifuss in der Küche kaum mehr in Gebrauch. Früher wurde es noch als verdauungsförderndes Gewürz beim Gänsebraten verwendet. Es kann z.B. für die Zubereitung von Kartoffeln gebraucht werden. Dafür benötigt man 600g Kartoffeln, 1 Zwiebel, 2 EL Öl, 1 TL frische, gehackte Beifussblätter, Salz und Pfeffer. Die Kartoffeln werden in Würfel geschnitten und angebraten. Dann die Zwiebel dazugegeben und glasig braten. Am Schluss kommen die Gewürze mit dem Beifuss dazu und schon sind die Kartoffeln bereit zum servieren.

Kulturelle Bedeutung

Der Beifuss gilt als eine der ältesten Sakralpflanzen. Er wurde auf Begräbnisplätzen in Neandertalerhöhlen gefunden.

Wildpflanzen haben auch für die Biodiversität eine grosse Bedeutung

Als Vertreter der Korbblütler wird der Beifuss gerne von der Stängel-Löcherbiene und der Karst-Mauerbiene (Osmia labialis) besucht. Die Pflanze dient auch anderen mehr oder weniger spezialisierten Insektenarten als Nahrung. Darunter befinden sich der Gefleckte Langrüssler (Cyphocleonus dealbatus), der Wermut-Zahnrüssler (Baris artemisiae) und der Beifuss-Mönch (Cucullia absinthii).

Die reifen Samenstände üben einen ganz besonderen Reiz auf Vögel aus, strotzen sie doch nur so vor Samen.

Anwendungsbereiche

  • Verdauungssystem: Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Leber-Galle-Bauchspeicheldrüsenfunktionsschwäche
  • Genitaltrakt: Schmerzen während der Menstruation, schwache oder ausbleibende Menstruationsblutung, Post-Pill-Syndrom

Bei der Anwendung dieser Pflanzen sollte wie bei Medikamenten immer eine Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

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