Heilwirkung

Wermut ist die zweitbitterste Pflanze – seine Bitterstoffe entfalten die Hauptwirkung. Sie wirken verdauungsfördernd, magenstärkend und leber-galleanregend auf das Verdauungssystem. Wermut weist eine allgemein stärkende Wirkung auf. Da Bitterstoffe vom Körper als „Gift“ wahrgenommen werden, wird der ganze ausleitende Prozess im Körper angekurbelt, was kräftemobilisierend ist.

Bei einer Überdosierung kann es zu Schwindel und Erbrechen kommen. Auf eine regelmässige Einnahme sollte immer ein längerer Unterbruch folgen, da sich ein Gewöhnungseffekt einschalten kann.

Essbare Teile und Gerichte

Wermut wird nur im gleichnamigen Schnaps Absinth verwertet.

Kulturelle Bedeutung

Die Beschreibung von Pfarrer Künzle über Wermut: „ist einer grün wie ein Laubfrosch, mager wie eine Pappel, nimmt täglich ab an Gewicht und Humor und wirft keinen Schatten mehr, der probiere es mit einem Teelöffel voll Wermuttee alle zwei Stunden.“ Sein Buch «Chrut und Uchrut» (1911) wurde über 2 Millionen Mal verkauft und in mehrere Sprachen übersetzt.

Wildpflanzen haben auch für die Biodiversität eine grosse Bedeutung

Sie sind zentral für Wildbienen und Schmetterlinge. Sie ernähren sich vom Nektar, legen einen Vorrat an Pollen als Nahrung für ihren Nachwuchs an oder die Pflanzen dienen als Futterpflanzen für die Raupen. Der Echte Wermut wird u.a. gerne von der Stängel-Löcherbiene (Heriades rubicola) und der Karst-Mauerbiene (Osmia labialis) besucht.

Anwendungsbereiche

  • Verdauungssystem: Appetitlosigkeit, Leber-Galle-Funktionsschwäche, dyspeptische Beschwerden (Blähungen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe)
  • Weitere: zu schwache oder zu starke Menstruationsblutung, äusserlich bei Parasitenbefall

Bei der Anwendung dieser Pflanzen sollte wie bei Medikamenten immer eine Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

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