Heilwirkung

Die weisse Taubnessel wirkt durch die Saponine reizlindernd auf Schleimhäute. Sie entfaltet ihre schleimlösende und auswurffördernde Wirkung in den Atemwegen. Seit langer Zeit nimmt sie einen hohen Stellenwert in der Frauenheilkunde ein.

Essbare Teile und Gerichte

In der Wildkräuterküche wird die Blüte der Taubnessel verwendet. Daraus kann zum Beispiel ein Kräuterquark gemacht werden. Dafür nimmt man beliebige Kräuter sowie auch die Blüten der Taubnessel, wäscht sie und vermengt sie mit Quark oder einer Alternative. Nach Belieben würzen und schon ist der Dip für Kartoffeln bereit.

Kulturelle Bedeutung

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) schrieb ihr folgende wohltuende Wirkung zu: „Wer sie geniesst, lacht gern, denn ihre Wärme, die auf die Milz einwirkt, erheitert das Herz.“

Wildpflanzen haben auch für die Biodiversität eine grosse Bedeutung

Die Weisse Taubnessel, sie wird übrigens auch Falsche Brennessel oder Zuckerblume genannt, gilt als wichtiger Nektar- und Pollenlieferant für Wildbienen. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Hummeln und bestimmte Wildbienen, welche mit ihren langen Rüsseln an den tiefliegenden Nektar der Blüten kommen. Zu den Wildbienen gehören z.B. die Blauschwarze Holzbiene, die Gebänderte Pelzbiene und die Mooshummel. Für die Raupen einiger Schmetterlinge ist sie zudem eine wichtige Futterpflanze. Dazu gehören z.B. die Raupen der Achateule, der Weissen Tigermotte und des Weissfleck-Widderchens. Schnecken meiden die Pflanze übrigens.

Anwendungsbereiche

  • Schleimhäute: Atemwege und Verdauungssystem
  • Genitalbereich: Dysmenorrhoe, Ausfluss, Menstruationsbeschwerden, Wecheljahrsbeschwerden
  • Äusserlich: Hautentzündungen, Entzündungen der äusseren Genitalien

Bei der Anwendung dieser Pflanzen sollte wie bei Medikamenten immer eine Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.